Ab wann geht Spielejournalismus zu weit?
Aktualisiert: 28. Juli
Vor einigen Jahren konnte man sich noch auf klassischen Spielejournalismus à la Game One und Co verlassen, doch mittlerweile entwickelt sich die Branche immer mehr zu einem Sammelsurium von persönlichen Vorlieben und teils nicht gerade fairen Einschätzungen, Äußerungen und schlussendlich Bewertungen.
Wenn sogenannte "Reviews" mit Thumbnails veröffentlicht werden, die die Überschrift "Anime Rotz aus der Hölle" tragen, wie es beispielhaft am Testvideo von PC Games zu Echoes of Aincrad zu sehen ist, und dies durch "Auf Wish bestellt" noch verstärkt wird, könnte das Magazin bald keine kostenlosen Vorabversionen mehr zum Testen erhalten. Dies ist nicht nur abwertend, sondern erweckt auch den Eindruck, als hätte man dem Spiel keine echte Chance gegeben. Natürlich hat nicht jeder dieselbe Meinung. Doch unvoreingenommener und objektiver Journalismus sieht anders aus. Auf diese Weise werden die ohnehin schon seit Jahren übertriebenen Klischees und Vorurteile gegenüber einem ganzen Genre weiter geschürt.
PC Games ist nicht das einzige Magazin, welches in seiner Bewertung manchmal unverschämt übers Ziel hinausschießt. Auch die Kollegen von Game Two oder Gamestar sind davon nicht in Gänze befreit. Allerdings wirft das zwangsläufig die Frage auf, ob dann überhaupt noch neutral und sachlich informiert und die Kaufentscheidung dadurch negativ beeinflusst wird, ohne Chance auf eigene Meinungsbildung.
Kein Wunder, dass Publisher und Entwickler sich immer mehr nach anderen Möglichkeiten umsehen. Selbstverständlich möchten diese ihr Produkt im möglichst guten Licht darstellen, aber es gibt einen Unterschied zwischen ehrlicher, konstruktiver Kritik und persönlichem Desinteresse.
Deshalb gibt es Nerds Connect, um Reviews wieder auf ihren ursprünglichen Zweck zurückzuführen: eine sachliche und unvoreingenommene Einschätzung bzw. Bewertung. Von Gamer für Gamer. Auch wenn mir die journalistische Erfahrung fehlt, teilen wir dieselbe Leidenschaft. Lasst uns gegenüber der Unterhaltungsbranche, die wir alle lieben, wieder offener sein und dafür sorgen, dass sich Rezensionen wieder lohnen!
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